[Gastbeitrag] – 09. November, wessen Gedenken?

Einige von UNS konnten am 09. November einer Rede lauschen, die bei der Gedenkfeierlichkeit, des Novemberpogroms von 1938, in Nordhausen gehalten wurde. Mittlerweile ist es UNS möglich die Rede hier zu veröffentlichen.

Wie wir in der Zwischenzeit in Erfahrung bringen konnten, wird die Rede von einigen Anwesenden als eine “gute Rede, wie sie schon seit Jahren in Nordhausen nicht mehr gehört wurde“ benannt. Anderen soll sie wohl nicht so gefallen haben. Tja, warum wohl?

Zum einen, weil damit endlich mal eine verkrustete und sich immer wiederholende “Zeremonie“, wie sie von Seiten der Stadt aus Jahr für Jahr wiederholt wird, aufgebrochen wurde. Zum Anderen, weil sie das kritisiert, was an dem Tag auch in Nordhausen zu beobachten und zu hören war. Es kann nicht sein, das eine OB sich auf der Gedenkfeierlichkeit hinstellt und mehr als die Hälfte Ihrer Rede sich um den Mauerfall von ‘89 dreht und sie dann Versatzstücke einer Rede präsentiert, wie sie unter anderem 2005 vom Bürgermeister bereits gehalten wurde. Der 09. November diente dieses Jahr einer Gleichsetzung von Geschichte ohne Gleichen.

Genau und desahlb begrüßen wir die Rede und veröffentlichen sie hier. Wir würden uns, genau wie die beiden Autoren, über ein Nachdenken und Diskutieren freuen. Der Kontakt kann über uns, zu den Autoren hergestellt werden. …doch nun zum Text:

09. November, wessen Gedenken?

Wir befinden uns in einem gefühlten »Super-Gedenk-Jahr«. Da nimmt sich der 09. November nicht aus. Im Gegenteil, ein Blick in die Geschichte sollte genügen um sich bewusst zu machen, wessen nicht alles gedacht werden könnte. Nun wollte es der Lauf der Zeit und Geschehnisse so, dass auf den 09. November das »Novemberpogrom« von 1938 fällt, ebenso wie der Fall der Mauer 1989.

Überall liest und hört Mensch in den letzten Tagen von Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, dem friedlichen und erfolgreichen Kampf um die Freiheit, durch das Volk der DDR. Sicher, es ist gut das die Mauer fiel und das ein System als gescheitert erklärt wurde, welches weder kommunistisch (im Marx’schen Sinne) noch per-se antifaschistisch war, aber den Anspruch daran erhob. Das die DDR durch den Stalinismus geprägt war, machte es nicht einfach, in ihr [DDR] zu leben und zu überleben. Weder als »normaler« Mensch, noch bspw. als Gastarbeiter_in oder als Jüdin oder Jude. In der DDR gab es rassistische, wie antisemitische Einstellungen, wie auch eine faschistische extrem rechte Strömung, welche sich der Vorurteile bedienten und Ausgrenzung stützten und ermöglichten. In der DDR wurde, wie in der parallel existierenden BRD, vieles aus den Strukturen der NS-Organisationen übernommen. Seien es Personen aus Amt und Würden, Organisationsformen oder Erziehungsmethoden. Eine Aufarbeitung der NS-Geschichte hat es in der DDR, das belegen mittlerweile etliche Veröffentlichungen, nicht wirklich gegeben. Und das schließt den 09. November mit ein.

Darum die Fragen: »Wie begehen wir einen Tag, der für die Einen den Beginn einer totalen Vernichtung zum Bild hat und für Andere Befreiung bedeutet?« und »Warum fällt es vielen mittlerweile so leicht, die Bedeutung des 09. 11. nur auf den Fall der Mauer zu legen und die »Novemberpogrome« von 1938 zu verdrängen?«

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19. antirassistischer und antifaschistischer Ratschlag

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Am 6. und 7. November findet in Erfurt der 19. antirassistische und antifaschistische Ratschlag statt. Wir rufen Euch dazu auf, an den Workshops teilzunehmen. Unterstützt den Ratschlag mit Eurer Anwesenheit und bringt Euch ein.

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»ndh-art« …ein Text, eine Auseinandersetzung

»ndh-art« sucht eine Möglichkeit und bekommt sie hier. Wir veröffentlichen im folgenden einen Text von »ndh-art«. Der Text entstand aus Beobachtungen und Erfahrungen, und soll einen momentanen Zustand beschreiben bzw. wiedergeben. Lest Euch den Text durch und macht Euch euer eigenes Bild. Wir begrüßen die (thematisch wie inhaltlich) Auseinandersetzung und sind gespannt …

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In Provinz-Regionen, wie Nord-Thüringen, ist meist der (Selbst-)Schutz vor gewalttätigen Angriffen und rassistisch und antisemitisch motivierten Übergriffen Anlass, sich in einer antifaschistischen Gruppe bzw. einem antifaschistischen Zusammenhang zu organisieren. Eine organisierte politische Arbeit spielt dabei meist eine untergeordnete bzw. gar keine Rolle. Es geht vor allem zuallererst um die immer wiederkehrende Auseinandersetzung mit gewaltbereiten extrem Rechten, aus dem Spektrum der »freien Kameradschaften«, den sich selbst bezeichnenden »Autonomen Nationalisten« und den lose bis gar nicht organisierten (sich selbst bezeichnenden) »Nationalen Sozialisten«, rechten Fußball-Hools und denen, die einer rechten, rassistischen und antisemitischen Ideologie anhängen. Daran wird sich orientiert und politisiert.

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Post von „freien umweltschützer_innen nordhausen“

Wir hatten heute eine recht lustige Mail in unserem Posteingang, die möchten wir euch nicht vorenthalten und kommen somit auch den Autor_innen nach, die um Veröffentlichung gebeten haben.

hier die Mail bzw. deren Inhalt:

Nordhausen am 31.Juli 2009 – Der Tag an dem Frank Schwerdt kam oder ganz viele Abgase in die Luft geblasen wurden.

Halb zehn an einem Freitag in Nordhausen. – Nein, keine Zeit für ein Koppers-Frühstück, das lehnen wir aus antikapitalistischen und aus solidarischen, mit den proletarischen Geringverdienern, Gründen ab. Zurück zu halb zehn in Nordhausen. – Da trafen sich die üblichen Verdächtigen (M.Kreutzer und R. Elbert) der NPD und der übliche (und einzige) Verdächtige (D. Witzenhause) des sog. „freien Nordhausen“ am Platz der Gewerkschaften, in der Nähe zum Arbeitsamt, Lidl und EDEKA-Herkules Markt. Nein, auch nicht zum Knoppers-Frühstück, sondern um ihrem „Führer“ -ups, Verzeihung, ähm Leithammel F.Schwerdt beim Landtagswahlkampf zu unterstützen. Denn dieser ist der Spitzenkandidat der NPD in Thüringen und eben der Leithammel. Doch zurück zu unseren Schäfchen, die begrüßen sich und plaudern kurz miteinander …Mähä … und schauen sich unsicher um – bestimmt aus Angst vor dem bösen grauen Wolf.

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in eigener Sache

A)

haben wir ab Heute eine neue Kontakt-Mail-Adresse: afandh@safe-mail.net

B)

derzeit befinden wir uns in einem Umbruch-Prozess, nein kein Sommer-Loch, was dazu führt, dass diese Seite sporadisch aktualisiert wird. Bitte habt etwas Geduld.

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