[Dresden] Die Wagenburg der Heulsusen

der Artikel ist in der aktuellen Ausgabe Der Rechte Rand #122 zu finden.

Warum wir in Dresden nicht willkommen sind und trotzdem dort blockieren werden

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im sich selbst zum »Elb-Florenz« stilisierenden Dresden ist der Fürstenzug, ein großes und vor allem langes Mosaik in Schwarz, Weiß und Gold, das die Geschichte des sächsischen Herrschergeschlechts der Wettiner zeigt als zusammenhängenden Tross von Reitern und Fußvolk. Das Interessante an diesem aus edelsten Meißner Porzellanfliesen gefertigten Prunkbild ist die Richtung, in die sich das fürstliche Raum-Zeit-Kontinuum bewegt, nämlich rückwärts. Und vielleicht gibt es kaum etwas, das die Haltung derer besser beschriebe, die sich als die »wahren« DresdenerInnen verstehen und als solche lauthals zu Worte melden. Es ist ihre halsstarrige Rückwärtsgewandtheit, die sowohl Nazis motiviert, hier ein braunes europäisches Groß-Event zu inszenieren, als auch AntifaschistInnen und Protestierende schillernder Couleur nicht nur den Nazis entgegenzutreten, sondern sich auch von dieser absonderlichen Dresdener Selbstinszenierung abzugrenzen.

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[Dresden] Medienhetze – kritische Betrachtung

Medienhetze in Dresden geht weiter

“How to become a serious journalist?” Diese wahrscheinlich erste Frage an einen zukünftigen Journalisten ist vielleicht nicht gerade der beste Satz, um die schreibende Zunft in Dresden treffend zu beschreiben. Statt kritischem Journalismus wiederholen autoritätshörige Straßenreporter gebetsmühlenartig die Sachen, die sie von der Polizei und den Verantwortlichen der Stadt tagtäglich zu hören bekommen. Der kritische und liberale Geist von frischen und jungen Medien, scheint leider inzwischen oft nur noch im Internet präsent zu sein. Eine kleine Kostprobe zu den medialen Ergüssen Dresdner Journalisten soll dieser Artikel liefern. Viel Spaß dabei!

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[Dresden] gegen den Naziaufmarsch am 13. Februar 2010

Entschlossen entgegenstellen – gemeinsam blockieren!

Wir rufen alle Antifaschistinnen und Antifaschisten dazu auf, am 13. Februar dem Naziaufmarsch in Dresden entschlossen entgegenzutreten und ihn gemeinsam zu blockieren!

In dem bundesweiten Bündnis No pasarán! haben sich verschiedene linke und antifaschistische Gruppen zusammengeschlossen, um dem jährlich stattfindenden Nazigroßaufmarsch endlich ein Ende zu bereiten.

Seit der Jahrtausendwende marschieren Alt- und Neonazis zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch die Stadt. In den letzten Jahren hat sich der Aufmarsch zur größten regelmäßigen Neonaziveranstaltung Europas entwickelt. Bei dem Aufmarsch der NPD und der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) finden sich alljährlich die verschiedenen Spektren der extremen Rechten zusammen, internationale Delegationen geben ihm eine über Deutschland hinaus gehende Bedeutung. In der gemeinsam zelebrierten Trauer verschwinden für einen Tag alle szeneinternen Streitigkeiten.

Bei dem Aufmarsch geht es den Neonazis nicht etwa um Repräsentanten des NS-Regimes oder um die Toten von Wehrmacht und Waffen-SS, sondern um ein konstruiertes Kollektiv unschuldiger deutscher Opfer. Der Bezug auf den Nationalsozialismus verläuft dadurch mehr oder weniger indirekt: Der Angriff auf Dresden sei ein Angriff auf das “deutsche Volk” gewesen und damit gleichzeitig auf das “wahre Deutschland”, welches wiederum gleichbedeutend ist mit dem Nationalsozialismus. Im gedachten nationalsozialistischen Kollektiv von damals bis heute werden die Toten für die Neonazis zu “ihren” Toten, sie werden zu Stellvertreterinnen und Stellvertretern des nationalsozialistischen Systems. In ihnen sehen Neonazis das Subjekt ihrer Trauer um das zerschlagene “Dritte Reich”.

Gleichzeitig gelingt mit dem Bezug auf die Bombardierung eine Feindkonstruktion nach Außen. Die Alliierten werden dargestellt als verbrecherische Siegermächte, die zum einen den Nationalsozialismus heimtückisch zu Fall gebracht hätten und zum anderen daran anschließend Deutschland das “BRD-Lügensystem” oktroyiert hätten. Dadurch erhält der Mythos Dresden aus neonazistischer Sicht eine ungebrochene Aktualität.

Genau deshalb reicht es nicht, einfach den Kopf zu schütteln über die “ewig Gestrigen”. Der Bezug auf die Vergangenheit ist aktuell politisch relevant und wichtig für die Identitätsbildung der Nazis. Umso wichtiger, ihnen am 13. Februar einen Strich durch die Rechnung zu machen!

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[Gastbeitrag] – 09. November, wessen Gedenken?

Einige von UNS konnten am 09. November einer Rede lauschen, die bei der Gedenkfeierlichkeit, des Novemberpogroms von 1938, in Nordhausen gehalten wurde. Mittlerweile ist es UNS möglich die Rede hier zu veröffentlichen.

Wie wir in der Zwischenzeit in Erfahrung bringen konnten, wird die Rede von einigen Anwesenden als eine ”gute Rede, wie sie schon seit Jahren in Nordhausen nicht mehr gehört wurde” benannt. Anderen soll sie wohl nicht so gefallen haben. Tja, warum wohl?

Zum einen, weil damit endlich mal eine verkrustete und sich immer wiederholende ”Zeremonie”, wie sie von Seiten der Stadt aus Jahr für Jahr wiederholt wird, aufgebrochen wurde. Zum Anderen, weil sie das kritisiert, was an dem Tag auch in Nordhausen zu beobachten und zu hören war. Es kann nicht sein, das eine OB sich auf der Gedenkfeierlichkeit hinstellt und mehr als die Hälfte Ihrer Rede sich um den Mauerfall von ‘89 dreht und sie dann Versatzstücke einer Rede präsentiert, wie sie unter anderem 2005 vom Bürgermeister bereits gehalten wurde. Der 09. November diente dieses Jahr einer Gleichsetzung von Geschichte ohne Gleichen.

Genau und desahlb begrüßen wir die Rede und veröffentlichen sie hier. Wir würden uns, genau wie die beiden Autoren, über ein Nachdenken und Diskutieren freuen. Der Kontakt kann über uns, zu den Autoren hergestellt werden. …doch nun zum Text:

09. November, wessen Gedenken?

Wir befinden uns in einem gefühlten »Super-Gedenk-Jahr«. Da nimmt sich der 09. November nicht aus. Im Gegenteil, ein Blick in die Geschichte sollte genügen um sich bewusst zu machen, wessen nicht alles gedacht werden könnte. Nun wollte es der Lauf der Zeit und Geschehnisse so, dass auf den 09. November das »Novemberpogrom« von 1938 fällt, ebenso wie der Fall der Mauer 1989.

Überall liest und hört Mensch in den letzten Tagen von Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, dem friedlichen und erfolgreichen Kampf um die Freiheit, durch das Volk der DDR. Sicher, es ist gut das die Mauer fiel und das ein System als gescheitert erklärt wurde, welches weder kommunistisch (im Marx’schen Sinne) noch per-se antifaschistisch war, aber den Anspruch daran erhob. Das die DDR durch den Stalinismus geprägt war, machte es nicht einfach, in ihr [DDR] zu leben und zu überleben. Weder als »normaler« Mensch, noch bspw. als Gastarbeiter_in oder als Jüdin oder Jude. In der DDR gab es rassistische, wie antisemitische Einstellungen, wie auch eine faschistische extrem rechte Strömung, welche sich der Vorurteile bedienten und Ausgrenzung stützten und ermöglichten. In der DDR wurde, wie in der parallel existierenden BRD, vieles aus den Strukturen der NS-Organisationen übernommen. Seien es Personen aus Amt und Würden, Organisationsformen oder Erziehungsmethoden. Eine Aufarbeitung der NS-Geschichte hat es in der DDR, das belegen mittlerweile etliche Veröffentlichungen, nicht wirklich gegeben. Und das schließt den 09. November mit ein.

Darum die Fragen: »Wie begehen wir einen Tag, der für die Einen den Beginn einer totalen Vernichtung zum Bild hat und für Andere Befreiung bedeutet?« und »Warum fällt es vielen mittlerweile so leicht, die Bedeutung des 09. 11. nur auf den Fall der Mauer zu legen und die »Novemberpogrome« von 1938 zu verdrängen?«

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19. antirassistischer und antifaschistischer Ratschlag

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Am 6. und 7. November findet in Erfurt der 19. antirassistische und antifaschistische Ratschlag statt. Wir rufen Euch dazu auf, an den Workshops teilzunehmen. Unterstützt den Ratschlag mit Eurer Anwesenheit und bringt Euch ein.

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